Zurück zu Menschen in Not

Arm trotz Arbeit: Jetzt droht wegen einer Autoreparatur der Supergau

22.01.2016 | Andrea Uhrig

Arm trotz Vollzeitjob – das macht die Suche nach einer größeren und schimmelfreien Wohnung in Berlin für die zweifache Mutter Jacky zum schier aussichtslosen Unterfangen. Über die soziale Immowelt-Initiative „Verändere Deine Stadt“ hofft sie, ein neues Zuhause zu finden. Weil das Geld immer knapp ist, eskaliert nun die Situation: Die 33-Jährige kann sich die Reparatur ihres Wagens nicht leisten kann, jetzt droht der Jobverlust!

Verändere Deine Stadt, Berlin, Kinder krank, Familie, Working Poor, Foto: Philipp Külker/Immowelt
Jacky (33) und Martin (33) müssen mit den Kindern Cecille (4) und Sydney (6 Monate) trotz Vollzeitjob jeden Cent umdrehen. Seit Monaten sucht die Familie eine neue Wohnung. Nun eskaliert die Situation: Weil das Budget nicht für die Reparatur des Autos reicht, droht der Alleinverdienerin jetzt der Verlust ihres Jobs auf dem Land. Foto: Philipp Külker/Immowelt Foto: Philipp Külker/Immowelt

„Manchmal frage ich mich schon, warum ich mir das antue“, sagt Jacky und ihre Stimme wird leise, als sie hinzufügt: „Man verpasst so viel!“ Die 33-jährige Berlinerin hat zwei Kinder, doch von Cecillia (4) und Baby Sydney (6 Monate) hat sie kaum was. Morgens um 7 Uhr macht sich die gelernte Veranstaltungskauffrau auf den einstündigen Weg zu ihrer Arbeitsstelle auf dem Land bei einem Mobilfunkanbieter in Brandenburg. Zurück kommt sie meist erst zwischen 19 und 20 Uhr. 

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Der Wäscheständer steht im Kinderzimmer, Kartons stapeln sich überall. Die Zwei-Zimmer-Wohnung ist für die vierköpfige Familie nicht nur zu klein – sondern wegen des Schimmels für die Kinder regelrecht gefährlich. Die sie brauchen wegen ihrer Darmerkrankung besondere Hygiene. Fotos: Philipp Külker/Immowelt Foto: Philipp Külker/Immowelt

In der Zwischenzeit kümmert sich ihr Lebensgefährte Martin (33) um den Haushalt und vor allem um die Kinder. Die Geschwister brauchen besondere Aufmerksamkeit, denn sie haben von ihrer Mutter die  Darmkrankheit Morbus Hirschsprung geerbt, können nicht alleine abführen. „Wir haben uns entschieden, dass Martin daheim bleibt, weil er in seinem Beruf in der Lager- und Logistikbranche noch schlechter verdienen würde“, schildert Jacky, wie es zu dem Entschluss kam, dass sie statt ihm zum Arbeiten geht. 

Allerdings bleiben der vierköpfigen Familie nach Abzug aller Fixkosten wie Miete, Sprit und Cecillas Kitagebühren nur 400 Euro für Essen, Trinken, Windeln und Kleidung. „Das ist zwar wenig, uns aber lieber als vom Staat abhängig zu sein – auch wenn wir so nicht mehr haben als ein Hartz-IV-Empfänger!“

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Die Kinder haben von ihrer Mutter die Darmkrankheit „Morbus Hirschsprung“ geerbt. Sie können nicht selbst abführen, brauchen dazu spezielle Medikamente und regelmäßige Hilfe. Für Jacky und die Kleinen oft eine Tortur. Fotos: Philipp Külker/Immowelt Foto: Philipp Külker/Immowelt

Das traurige Phänomen ist leider kein Einzelfall. Vor allem, wenn Partner und Kinder von einem Gehalt leben müssen, schützt eine Festanstellung nicht vor Armut. In Deutschlands Familien ist knapp jeder zehnte Hauptverdiener trotz Vollzeitstelle betroffen, wie eine im November 2015 veröffentlichte Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Auch Jacky zählt trotz ihrer 40-Stunden-Stelle zu den so genannten „Working Poor“.

Wer Jacky und ihren beiden Kindern helfen möchte – hier geht es zu ihrem Raumgesuch.

Ohne Auto kein Job, ohne Job keine Wohnung

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Da die Außenwände Risse haben, dringt Feuchtigkeit ins Haus. Jacky zeigt die Hausecke, an der ihr Schlafzimmer liegt. Foto: Philipp Külker/Immowelt Foto: Philipp Külker/Immowelt

Die Familie muss jeden Cent zweimal umdrehen. Denn allein die Wohnung kostet fast 800 Euro, obwohl sie zugig, bitterkalt und von Schimmel befallen ist. Seit Monaten sucht Jacky nach einem neuen Zuhause mit drei Zimmern – bislang vergeblich. Das geringe Budget macht die Suche zu einem schier aussichtslosen Unterfangen: „Wenn man etwas Bezahlbares findet, stehen da gleich 60 bis 80 Bewerber. Mit zwei Kindern und Altschulden fallen wir leider immer gleich durchs Raster.“ Dabei würde die Familie aus der Stadt rausziehen. „Am liebsten wäre uns wegen der speziellen Kita und der Arbeit eine Wohnung im Bereich Falkensee oder Dallgow“, sagt Jacky, „da wir öfter mal schnell mit den Kindern ins Krankenhaus müssen, sollte es allerdings nicht zu weit von Spandau weg sein.“

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Fast eine Stunde braucht Alleinverdienerin Jacky täglich zu ihrer Arbeitsstelle auf dem Land in Brandenburg. „Ohne Auto habe ich keine Chance dorthin zu kommen“, erklärt die 33-Jährige. Jetzt müsste der Wagen dringend repariert werden. Doch dafür reicht das knappe Budget nicht. Ohne Auto verliert Jacky allerdings ihren Job. Fotos: Philipp Külker/Immowelt Foto: Philipp Külker/Immowelt

Doch möglicherweise wird die Wohnungssuche bald noch problematischer, denn der leidgeprüften Familie droht ein Super-Gau: Das Auto müsste dringend repariert werden. Dafür fehlt das Geld. „Wenn der Wagen kaputt ist, komme ich nicht mehr zur Arbeit und dann verliere meinen Job. So werden wir nie mehr aus dieser feuchten Bude kommen“, befürchtet Jacky und hofft, dass sie über die Immowelt-Initiative „Verändere Deine Stadt“ nicht nur einen Vermieter mit Herz, sondern auch ganz schnell jemand findet, der das Auto wieder in Schwung bringt. „Auch wenn es oft stressig ist, meinen Job möchte ich auf jeden Fall behalten – wir möchten unseren Kindern vorleben, dass sich arbeiten lohnt!"

Wer Jacky und ihren beiden Kindern helfen möchte – hier geht es zu ihrem Raumgesuch.

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