Zurück zu Menschen in Not

Leckere Initiative: Honig vom Münchner Rathausbalkon

21.03.2014 | Andrea Uhrig

Damit es am Marienplatz summt und brummt wollen zwei Münchnerinnen Bienen auf die Rathausbalkone locken – und Honig gewinnen. Unglaublich aber wahr: Die fleißigen Insekten produzieren allein in der Landeshauptstadt 170 Tonnen der süßen Leckerei pro Jahr.

Sofia Delgado (links) und Birgit Kuhn hoffen, mit ihrer Bienenidee in die immowelt-Denkfabrik einziehen zu dürfen. Foto: Alexander Otto, factum

Tasmanischer Leatherwoodhonig oder Manuka-Honig aus Australien – es gibt Dutzende Honigsorten, viele kommen von weit her. Dabei geht es auch ganz regional. Wenn es nach zwei Münchnerinnen geht, steht bald Honig vom Münchner Rathausbalkon auf den Frühstückstischen. Mit dieser Idee haben sich Birgit Kuhn und Sofia Delgado bei der immowelt.de-Initiative „Verändere Deine Stadt“ beworben. Sie wollen mit dem süßen Naturprodukt aber vor allem etwas für die Umwelt tun.

Doch um diesen Honig produzieren zu können, müsste sich vor den Fenstern des Rathauses der Landeshauptstadt noch einiges ändern. Zwar ist der leuchtende Blumenschmuck jedes Jahr eine Augenweide; die Geranien sind schön anzusehen. Trotzdem summt und brummt es nicht. „Bienen können mit dieser Monokultur nichts anfangen. Geranien produzieren keinen Nektar und keinen Pollen“, erklärt Birgit Kuhn, die beruflich Sachbücher und Naturratgeber schreibt. Gemeinsam mit der Journalistin Sofia Delgado setzen sich die beiden für eine insektenfreundliche Bepflanzung der Münchner Rathausbalkone ein.

Sie möchten an diesem prominenten Ort möglichst viele Menschen mit dem Thema Bienen erreichen. „Die Geranien gehören zum Rathaus wie das Münchner Kindl zur Stadt München. Mit einer anderen Bepflanzung könnte die Aufmerksamkeit der Bürger und Medien auf das wichtige Thema gelenkt werden“, ist sich Sofia Delgado sicher. Zusätzlich hätte die neue Bepflanzung  einen süßen Nebeneffekt.

42 Millionen Bienen leben in München

Birgit Kuhn ist eigentlich Sachbuchautorin, aber ihre Leidenschaft gehört den Bienen. Foto: privat

Auch wenn es zunächst ungewöhnlich klingt: Honigbienen fühlen sich in der Stadt wohl. Dort ist es länger warm als auf dem Land. Es grünt und blüht von Februar bis November und es gibt dank Parks, Straßenbäumen und Balkonblumen ein vielfältigeres Angebot auf kleinem Raum als in dünner besiedelten Gegenden. „Außerdem sind die Pflanzen nicht gespritzt“, freut sich Birgit Kuhn. Rund 600 Imker gibt es in München, insgesamt betreuen sie 42 Millionen Bienen, die rund 170 Tonnen Honig produzieren.

Der Arbeitsaufwand für Menschen ist überschaubar, der Nutzen der Bienen ist dagegen immens: „Die Biene ist aufgrund ihrer Bestäubungsleistung nach Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier des Menschen“, erläutern die Expertinnen, „ohne Insekten ist bei den meisten Nutzpflanzen keine Bestäubung oder Befruchtung möglich. Früchte und die damit verbundenen Samen sind jedoch eine Voraussetzung für die gesamte biologische Vielfalt.“

Ein Standort für Bienenstöcke am Rathaus ist ideal: Im Umkreis von drei Kilometern – dem Flugradius einer Biene – liegen Hofgarten, Ostfriedhof, Isarauen und Englischen Garten. Wenn die Blumenkästen dann noch mit Strauch-Margeriten, Eisenkraut und Kapkörbchen bestückt sind, fühlen sich die Bienen ganz besonders wohl: „Diese Pflanzen sind pflegeleicht, dauerblühend, windfest und insektenfreundlich“, so Birgit Kuhn.

Keine Angst vor Stichen

Die Münchner Projektgruppe setzt sich für Honig auf Rathausbalkonen ein. Foto: privat

Mit Politikern und Experten von Bund Naturschutz bis Universität Weihenstephan sind Birgit Kuhn und Sophia Delgado schon in Kontakt. Um das Projekt umzusetzen, hoffen die Münchnerinnen auf einen Platz in der Denkfabrik. Das ist ein kostenloses Büro im Münchner Osten, das immowelt.de kreativen Köpfen zur Verfügung stellt: Dort haben sie sechs Monate Zeit, um ihre Visionen weiterzuentwickeln und Partner zu finden, die die Idee unterstützen – und die Stadt zum Summen und Brummen bringen.

Angst vor Stichen müssen die Rathaus-Mitarbeiter übrigens nicht haben: Bienen meiden die Menschen und haben – im Gegensatz zu Wespen – kein Interesse an Limo, Eis, Schinkenbrötchen oder Kuchen. Was Bienen brauchen, sind Balkonblumen mit Pollen und Nektar. Dann könnte schon im Juni der erste Rathaushonig abgefüllt werden.

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