Zurück zu Menschen in Not

Die Kulturjurte: Unplugged Konzerte und Diskussionen für ein besseres München

01.04.2014 | Andrea Uhrig

In der „Kulturjurte“ von Emanuel geht es nicht nur um Musik. Hier treffen sich Menschen, die München verändern wollen. Egal ob Konzerte oder Diskussion – jeder ist willkommen, jeder kann mitmachen.

Emanuel (Mitte) und seine Teamkollegen Sara und Danny, die sich für die Kulturjurte einsetzen. Foto: Alexander Otto, factum

Eine Kreuzung aus Haus und Zelt wird zur neuen Heimat derjenigen, die München verändern wollen: Student Emanuel hat eine Jurte mit Diskussionen, Performances, Workshops und Konzerten zum außergewöhnlichen Treffpunkt in der Landeshauptstadt gemacht. Im traditionellen Zelt der mongolischen Nomaden ist jeder willkommen, jeder kann kommen. Nach einer erfolgreichen Testphase im Thalkirchener Lokschuppen liegt die „Kulturjurte“ zwar derzeit verpackt im Bauwagen – aber schon in den nächsten Wochen startet sie wieder. In der Denkfabrik wollen Emanuel und ein knappes Dutzend Unterstützer die zweite Runde planen.

„Unser Focus ist es, in unserem Zelt Menschen zusammenzubringen, die die Gesellschaft mitgestalten wollen“, erklärt Emanuel, der die Jurte selbst gebaut und die Materialien finanziert hat. „Die klassischen Bauten der Urvölker haben mich von klein auf fasziniert“, sagt der 23-Jährige. Auf Kinder- und Jugendfreizeiten begann er, eine Jurte zu bauen. Die Stangen für die Wände aus biegsamem Holz, die das typische, zusammenfaltbare Scherengitter bilden, hat er selbst geschnitzt.  In reiner Handarbeit entstand so das 4,5 Meter hohe Zelt mit acht Metern Durchmesser.

Das Team beim Aufbau der Kulturjurte. Foto: Kulturjurte
Draußen vor der Jurte stapeln sich die Schuhe. Foto: Kulturjurte

Alles wird über Spenden finanziert

Der außergewöhnliche Treffpunkt kam an: „Über 25 Initiativen haben ihre Themen in über 80 öffentlichen Veranstaltungen zum Ausdruck gebracht“, zieht Emanuel Bilanz, „ich habe das Gefühl, dass ist, was München gewollt, gefühlt und gebraucht hat.“ Ein Gegenpol zur hippen, reichen, perfekten Metropole. So ging es in Gesprächskreisen und Diskussionen um Themen wie bedingungsloses Grundeinkommen, humane Asylpolitik oder wie man Essen vor dem Müllcontainer rettet. Im „Repair-Café“ lernen Interessierte wie man aus Paletten Möbel baut. Sozial-politische sowie zivile Initiativen brachten ihre Utopien und Ideen in die Jurte. Doch auch die Kultur kam nicht zu kurz: Bands traten bei unplugged-Konzerten auf, es gab Theateraufführungen und Lesekreise. „Niemand musste Eintritt zahlen, wir haben alles über Spenden finanziert.“

Auch viele Konzerte fanden in der Kulturjurte in Thalkirchen statt. Foto: Kulturjurte

Anfang März wurde die Kulturjurte abgebaut. Doch es geht bald weiter: „Für unsere nächste große Aufgabe, die kulturelle Steppe Fröttmanings mit Leben zu füllen, haben wir den ,Wannda Circus` hinzugezogen“, erklärt Initiator Emanuel. Der ist in der Stadt für seine Partys und Flohmärkte bekannt. „Diese Kooperation bringt für beide Seiten einen unheimlichen Mehrwert mit sich. Das ist die perfekte Fusion von sozialem Treffpunkt und kommerziellem Wirtschaften.“ Davon ist wohl auch die Stadt München überzeugt: Sie wird die Platzmiete übernehmen.

Stadt München übernimmt die Miete

Auf dem brach liegenden Gelände an der U-Bahn-Station Fröttmaning wird bald eine bunte Zeltstadt entstehen, denn eine zweite Jurte ist bereits in Arbeit. „Mit eigenen Formaten und Ideen wird die Kulturjurte das gesellschaftliche Zusammenleben in der Stadt bereichern“, verspricht Emanuel. Unter anderem soll ein Fahrradkino entstehen: Die Zuschauer produzieren dabei den Strom selbst, indem sie dafür strampeln. Eine von vielen tollen Ideen, die Emanuel und seine Mitstreiter haben. Nur eins fehlt den kreativen Köpfen bislang – ein Raum für die Planung: „Für den immensen verwalterischen Aufwand und die vielen internen Arbeitskreise brauchen wir einen Treffpunkt.“  Die Denkfabrik der immowelt.de-Initiative „Verändere Deine Stadt“ ist ein idealer Ort dafür.

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