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Krebs besiegt – Wohnung verloren: Münchnerin Marie sucht ein neues Zuhause

25.09.2015 | Andrea Uhrig

Marie hat geschafft, was kein Arzt mehr für möglich gehalten hat. Sie hat den Krebs besiegt und überlebt. Doch der lange Kampf kostete die 45-jährige Münchnerin nicht nur Kraft – sondern auch ihr Zuhause. Über die immowelt.de-Initiative „Verändere deine Stadt“ hofft sie nun, dass endlich ihr größter Wunsch in Erfüllung geht: ein eigenes Zimmer.

Verändere Deine Stadt: München, Marie und ihr Schäferhund suchen eine Wohnung. Foto: Jörg Koch/immowelt.de
Marie gibt nicht auf. Sie hat den Krebs besiegt und schaut optimistisch in die Zukunft. Schäferhündin Sina ist immer an ihrer Seite. Das Einzige, was der Münchnerin fehlt, ist eine Wohnung. Seit Monaten ist sie obdachlos, schläft bei verschiedenen Freunden auf der Couch. Foto: Jörg Koch/immowelt.de Foto: Jörg Koch/immowelt.de

Die Ärzte hatten Marie aufgegeben: Krebs im Endstadium, dazu kam noch ein lebensgefährlicher Klinikkeim, der in ihrem Bauchraum wütete. Keine Perspektive auf Heilung. „Sie sagten mir, dass es nicht gut ausschaut und ich schon mal anfangen sollte, mich zu verabschieden“, erinnert sich die Münchnerin an die schlimmste Zeit ihres Lebens. Marie rief den Vater ans Krankenbett, zu dem sie jahrelang keinen Kontakt hatte, sie befasste sich mit dem Sterben – doch ihr Lebenswille war stärker.

Über ein Dutzend Operationen und vier Jahre später sitzt die ehemalige Event-Managerin auf einer Parkbank am Nymphenburger Kanal und blinzelt in die Herbstsonne. Der Krebs ist besiegt, der Keim auch. Sie hat sich trotz Schmerzattacken ins Leben zurückgekämpft. Obwohl ihre Beziehung zerbrochen ist und ihre Firma pleiteging, blickt sie optimistisch in die Zukunft: „Für mich ist das Glas nie halbleer, sondern immer halbvoll. Ich hadere nicht mit meinem Schicksal – ich nehme es an und mache das Beste daraus“, betont die lebensfrohe Frau, lacht und streichelt über das weiche Fell ihres treuesten Begleiters. Schäferhündin Sina ist seit sechs Jahren an ihrer Seite: „Es klingt ein bisschen komisch, aber sie ist der wichtigste Mensch in meinem Leben.“ 

Verändere Deine Stadt: München, Marie während ihrer Krebserkrankung und danach mit Schäferhund. Foto: Jörg Koch/immowelt.de
Selbst als nach der Chemotherapie die Haare ausgingen, verging der Münchnerin das Lächeln nicht. Ihre Leidensgeschichte füllt mehrere Aktenordner. Auf Unterstützung vom Amt verzichtet die 45-Jährige allerdings freiwillig. Foto: Jörg Koch/immowelt.de Foto: Jörg Koch/immowelt.de
Verändere Deine Stadt: München, Marie und ihre Schäferhunddame. Foto: Jörg Koch/immowelt.de
Noch Anfang des Jahres saß Marie im Rollstuhl, war zu schwach, um zu laufen. Doch inzwischen hat sie sich ins Leben zurückgekämpft, kann schon wieder lange Spaziergänge machen. Die Schäferhunddame Sina ist immer dabei, folgt aufs Wort – verträgt sich allerdings nicht mit anderen Hunden. Foto: Jörg Koch/immowelt.de

„Ich habe sieben Sofas, auf denen ich übernachten kann“

Das Einzige, was Marie zum kompletten Glück fehlt, ist eine kleine Wohnung oder ein Zimmer in einer WG, in der auch ihr Hund willkommen wäre. Denn seit ihrer Krankenhausentlassung Anfang des Jahres wohnt die 45-Jährige bei Bekannten. Die WG, in der sie vor der Krankheit gelebt hat, hat sich inzwischen aufgelöst: „Ich habe sieben Sofas, auf denen ich im Wechsel übernachte. Meinen Freunden bin ich dafür unendlich dankbar – aber ich wünsche mir nichts sehnlicher als eine Tür, die ich zumachen kann. Mein eigenes kleines Reich mit meinen Möbeln, wo ich mich einfach daheim fühlen kann.“

Von ihrer bisherigen Rente von 800 Euro könnte die tapfere Münchnerin die Hälfte in die Miete investieren. Einen Zuschuss vom Amt lehnt sie ab. „Ich habe schlechte Erfahrungen mit Behörden gemacht und möchte mein Leben ohne deren Hilfe meistern.“ Über die kostenlose immowelt.de-Initiative „Verändere Deine Stadt“ – hier können Menschen in Wohnungsnot und Vermieter mit Herz gratis inserieren – sucht sie dringend für sich und Sina ein neues Zuhause: „Ich habe ein Auto, es kann gern außerhalb von München sein. Ich brauche auch keinen S-Bahn-Anschluss.“

Sobald sie noch fitter ist, will sich Marie auch wieder einen Job suchen, erstmal auf 450-Euro-Basis – denn sie ist zuversichtlich, dass es aufwärts geht: „Ich fange lieber klein an. Im Moment genieße ich einfach nur jeden Tag aufs Neue und freue mich, dass ich lebe.“

Verändere Deine Stadt: München, Marie sucht eine Wohnung. Foto: Jörg Koch/immowelt.de
Mit beiden Beinen fest im Leben stehen – das ist das Lebensmotto von Marie. Sie sucht eine Ein-Zimmer-Wohnung oder ein WG-Zimmer in oder um München. Bis zu 400 Euro warm kann sie im Moment dafür ausgeben. Foto: Jörg Koch/immowelt.de Foto: Jörg Koch/immowelt.de

Wer Marie helfen kann oder jemanden kennt, der ihr eine Wohnung anbieten könnte, erreicht sie direkt über ihr Raumgesuch.

Dafür im Gesuch einfach rechts auf den gelben Button "Raum anbieten" klicken, kurz anmelden und eine Nachricht an Marie schreiben.

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