Zurück zu Menschen in Not

Wohnungsnot: ein Zimmer zu viert – trotz Zweitjob

08.01.2016 | Andrea Uhrig

Immer mehr Deutschen reicht ein Job alleine nicht zum Leben – vor allem nicht in München, der Stadt mit den höchsten Mieten der Republik. In der Isarmetropole findet ein junger Familienvater für seine Frau und die beiden kleinen Kinder seit zwei Jahren keine neue Wohnung. Und das, obwohl er zwei Jobs hat. Um endlich einen Ersatz für die Ein-Zimmer-Wohnung in Giesing zu finden, hofft der 29-Jährige auf die Immowelt-Initiative „Verändere Deine Stadt“.

Verädnere Deine Stadt, München, 35 Quadratmeter, vier Personen, Foto: Jörg Koch / immowelt.de
Zu viert in einem Zimmer: Mit Baby und Kleinkind lebt, schläft, isst und spielt Familie Izairi auf 35 Quadratmetern. Abends verwandelt sich das Wohnzimmer in ein Matratzenlager. Obwohl der Vater zwei Jobs hat, finden sie keine größere Wohnung. Foto: Jörg Koch / immowelt.de Foto: Jörg Koch / immowelt.de

Wach sieht Fuat Izairi (29) seine Kinder meist nur 20 Minuten am Tag. Das ist, wenn er um 16 Uhr von seiner Arbeit als Außenanlagenreiniger nach Hause kommt und sich umzieht – um seinen Nebenjob in einer Putzkolonne nachgehen zu können. „Mir macht das Arbeiten sehr viel Spaß – aber es reicht immer noch nicht, um eine größere Wohnung zu bekommen“, erklärt der Familienvater. Seit über zwei Jahren sucht er eine Drei- oder Vier-Zimmer-Wohnung in München, doch trotz seiner beiden Jobs bekommt er nur Absagen. Nun hat er ein Gratis-Inserat bei der Immowelt-Initiative „Verändere Deine Stadt“ geschaltet.

Verändere Deine Stadt, München, 35 Quadratmeter, vier Personen, Küche, Fotos: Jörg Koch / immowelt.de
Arjeta in ihrer Küche: Die Einkäufe stapeln sich auf dem Herd, die Ablage der Waschmaschine dient als Arbeitsplatte. Die gewaschene Wäsche bringt sie zu ihrer Mutter, die in der Nachbarschaft wohnt. „Zum Aufhängen habe ich hier keinen Platz, wir haben keinen Balkon und einen Trockenkeller gibt es im Haus nicht.“ Seit Baby Dijar vor drei Monaten auf der Welt kam, ist es noch enger geworden. Fotos: Jörg Koch / immowelt.de Foto: Jörg Koch / immowelt.de

Bislang lebt der 29-Jährige mit seiner in München geborenen Frau Arjeta auf 35 Quadratmetern in Giesing. Als frisch verliebtes Pärchen hatten die beiden das Apartement in der Nähe der Schwiegereltern gemietet, das Wohn-Ess-Schlafzimmer liebevoll mit weißen Möbeln eingerichtet und mit einem Vorhang den Schlafbereich abgeteilt. „Zu zweit war die Wohnung perfekt“, schildert die Hotelfachfrau. Doch dann kündigte sich Nachwuchs an. „Eigentlich wollte ich wieder zu meiner alten Arbeitsstelle ins ,Holiday Inn‘ zurückkehren, aber dann wurde ich nochmal schwanger.“ 

„Es ist eine Katastrophe“

Ein Ehebett gibt es in der kleinen Wohnung schon lange nicht mehr. Es steht abgebaut im Keller. Stattdessen teilen sich die Eltern mit ihrer Tochter (bald 2) zwei Matratzen, die tagsüber übereinandergestapelt neben dem Gitterbettchen von Baby Dijar liegen. Einen richtigen Esstisch besitzt die Familie nicht. Gegessen wird auf der Couch vor dem Fernseher. 

Verändere Deine Stadt, München, Matratzenlager, Foto: Jörg Koch / immowelt.de
Matratzenlager statt Ehebett: Das Bett steht auseinandergebaut im Keller. Die Eltern schlafen zusammen mit ihrer Tochter auf dem Boden. Tagsüber spielt Medina (19 Monate) auf den übereinander gestapelten Matratzen, abends werden sie nebeneinander gelegt – das Wohnzimmer wird zum großen Bett. Foto: Jörg Koch / immowelt.de Foto: Jörg Koch / immowelt.de

„Es ist eine Katastrophe“, sagt die Mutter, während sie versucht, ihre quirlige Tochter ruhig zu halten, damit sie den kleinen Bruder nicht im Mittagsschlaf weckt. „Es gibt keinen Platz zum Spielen, keine Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Mein Mann ist total übermüdet, weil das Baby nachts weint – und er keinen Schlaf findet und dann müde zur Arbeit fährt. Wir sind mit den Kräften am Ende.“ 

Seit zwei Jahren ist das Paar beim Wohnungsamt gemeldet. Doch obwohl die Familie einen Berechtigungsschein mit der höchsten Stufe hat, kam bisher nur ein einziges Angebot. „Das wurde an eine andere Familie übergeben. Seitdem kommt nichts mehr“, sagt Arjeta. Aus München wegzuziehen, kommt für die Familie trotzdem nicht in Frage: „Wenn er noch pendeln müsste, würde mein Mann die Kinder gar nicht mehr sehen und meine Arbeitsstelle ist ja auch in der Stadt.“

Wer der Familie Izairi helfen möchte – hier geht es zu ihrem Raumgesuch.

Helden in anderen Städten

Berlin
Nürnberg
Presse

Freudentränen dank „Verändere Deine Stadt“: Immowelt-Initiative hilft seit zwei Jahren Menschen in Wohnungsnot

Soziale Initiative von immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale, führt Menschen in Wohnungsnot und Vermieter zusammen / Drei Städte, unzählige Erfolgsgeschichten: Seit zwei Jahren ist www.veraendere-deine-stadt.de online / Gesuche und Angebote für Wohnungen, Büros sowie Lagerräume gratis

mehr