Zurück zu Menschen in Not

Mutter-Alptraum: in Mini-Wohnung mit zwei behinderten Kindern

04.02.2016 | Andrea Uhrig

Sara und Malak leben, das ist für die Mutter der zwei Schwestern das größte Geschenk. Denn beide Kinder sind schwer krank. Geduldig meistert die Alleinerziehende trotzdem den Alltag, doch der gestaltet sich in der kleinen Ein-Zimmer-Wohnung in München zunehmend schwierig. Über die Immowelt-Initiative „Verändere Deine Stadt“ hofft die Familie, endlich eine größere Bleibe zu finden.

Verändere Deine Stadt, München, Foto: Joerg Koch/immowelt.de
Eine Couch, ein Gitterbett und Matratzen auf dem Boden: In diesem Zimmer leben, schlafen, essen, kochen und spielen Hafida und ihre Töchter Sara (r.) und Malak. Die Küchenzeile ist auf der anderen Seite des Raumes. Foto: Joerg Koch/immowelt.de Foto: Joerg Koch/immowelt.de

Auf den ersten Blick merkt man nichts. Sara (4) und Malak (fast 2) sehen aus wie zwei ganz normale, glückliche Kinder. Der Schein trügt, denn die beiden sind chronisch krank: Die Vierjährige leidet unter Epilepsie und einer Herzkrankheit, ihre jüngere Schwester kam mit einem lebensgefährlichen Leberschaden zur Welt. „Ich bin so froh, dass sie heute überhaupt so fröhlich rumtoben können“, sagt ihre Mutter Hafida, während sie ihre beiden Mädchen lächelnd beim Spielen beobachtet.

Verändere Deine Stadt, München, Foto: Joerg Koch/immowelt.de
Papa und Lebensretter: Malak war mit einem lebensbedrohlichen Leberschaden zur Welt gekommen. Ihr Vater Ali spendete der Tochter einen Teil seines Organs. Bevor der kleine Körper die fremde Leber annahm, stieß er sie zweimal ab. Die Eltern bangten zwei Monate, die Beziehung zerbrach. Der innige Kontakt zu den Geschwistern ist geblieben. Foto: Joerg Koch/immowelt.de Foto: Joerg Koch/immowelt.de

Viel Platz haben die Schwestern allerdings nicht: Mit ihrer Mutter leben sie in einer kleinen Appartement-Wohnung beim Münchner Olympia-Einkaufszentrum. Kochen, essen, schlafen und spielen – alles im gleichen Zimmer. Dabei wären die beengten Verhältnisse schon mit einem kranken Kind eine Herausforderung, mit zweien kommt Hafida immer öfter an die Grenzen der Belastbarkeit. Über die soziale Immowelt-Initiative „Verändere Deine Stadt“ sucht die Alleinerziehende seit Monaten verzweifelt ein größeres Zuhause. Auf der Online-Plattform können Menschen in Not und Vermieter mit Herz kostenlos inserieren. „Wir brauchen dringend mehr Platz, die Enge ist schwer auszuhalten“, erklärt die gebürtige Marokkanerin, die seit acht Jahren in München lebt.

Wer der Familie helfen möchte – hier geht es zu Ihrem Raumgesuch.

Sara leidet an Epilepsie, ihre Schwester ist lebertransplantiert

Verändere Deine Stadt, München, Foto: Joerg Koch/immowelt.de
Sara (4) litt unter epileptischen Anfällen. Ihr mussten Teile eines Tumors aus dem Kopf entfernt werden. Seitdem geht es ihr besser, doch sie gilt wie ihre Schwester als schwerbehindert, für die Mutter ist die Betreuung der chronisch kranken Mädchen in dem Ein-Zimmer-Appartement eine schwere Belastung. Foto: Joerg Koch/immowelt.de Foto: Joerg Koch/immowelt.de

Dass mit ihrer großen Tochter Sara etwas nicht stimmte, merkte Hafida sehr schnell. Als das Baby vier Monate alt war, wurde es immer wieder von heftigen Krämpfen geschüttelt. Wenig später stellte sich heraus, dass die Epilepsie durch einen Tumor im Kopf hervorgerufen wurde. Alle Therapien blieben erfolglos. Vor zwei Jahren musste sich das Mädchen einer schweren Hirn-Operation unterziehen. „Inzwischen ist sie mit Medikamenten sehr gut eingestellt“, schildert Hafida. Doch sie wird schwerbehindert bleiben, zumal eine Herzkrankheit ständige Untersuchungen erfordert.

Als die Marokkanerin von ihrem Lebensgefährten zum zweiten Mal schwanger wurde, machte sie alle Untersuchungen – aus Angst, dass das zweite Kind unter den gleichen Krankheiten leidet. Nichts deutete darauf hin. Nach der Geburt der Schock: Baby Malak kam mit einem fehlenden Gallengang auf die Welt und hatte einen lebensbedrohlichen Leberschaden. Nur eine Transplantation konnte das Mädchen retten. 

Der kleine Körper stieß das Organ ab

Verändere Deine Stadt, München, Foto: Joerg Koch/immowelt.de
Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht merkt – beide Mädchen sind täglich auf Medikamente und auf regelmäßig ärztliche Kontrolle angewiesen. Malak muss nachts zweimal geweckt werden, dann wird auch Sara regelmäßig wach. Foto: Joerg Koch/immowelt.de Foto: Joerg Koch/immowelt.de

Die Angst um das Leben der Kleinen belastete die Eltern so sehr, dass ihre Beziehung zerbrach. „Trotzdem haben wir natürlich zusammengehalten“, schildert Hafida die dramatische Zeit. Beim eigenen Vater fanden die Ärzte dann die passenden Werte für eine Organspende – doch der kleine Körper stieß das fremde Organ ab. Monatelang zitterten die Eltern um ihre Tochter. Die erwies sich als Kämpferin. Inzwischen ist sie über den Berg.

Doch sie braucht viel Unterstützung. Ein minutengenauer Plan legt fest, wann ihr welche Medikamente gegeben werden müssen, Mundschutz und Handschuhe liegen jederzeit bereit. „Ich muss sie auch jede Nacht um zwei Uhr aufwecken – und dann wird Sara auch immer wach“, erklärt die Mutter und sagt schon fast flehend: „Wir bräuchten dringend mehr Platz. Aber leider finden wir keinen Vermieter, der uns aufnimmt. Dabei ist die Miete doch gesichert …“

Die Wohnung der kleinen Familie darf bis zu 850 Euro kosten und sollte idealerweise im Osten der Stadt bzw. im Landkreis liegen, da in Riem Saras Spezialkindergarten liegt. Wer helfen will, kann die Familie unter Verändere Deine Stadt kontaktieren.

Wer der Familie helfen möchte – hier geht es zu Ihrem Raumgesuch.

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