Zurück zu Menschen in Not

Gelebte Integration: Für Tameru ist die WG mehr als nur ein Zuhause

31.03.2016 | Andrea Uhrig

Kopfüber ins Glück: Tameru, Handstand-Artist bei Dieter Bohlens RTL-Show „Supertalent“, hat endlich ein Zuhause. Dank der Immowelt-Initiative „Verändere Deine Stadt“ fand der gehbehinderte Flüchtling einen Platz in einer Nürnberger Wohngemeinschaft. Dort hat er mit seinem Zimmer auch gleich neue Freunde gefunden – gelebte Integration in Perfektion.

Verändere Deine Stadt, Nürnberg, Foto: Nadine Hackemer / Immowelt
Mehr als nur ein eigenes Zimmer: Für Flüchtling Tameru ist die WG mit Ingenieur Dominik (30, r.) und Studentin Ilona (18) gelebte Integration. In der Wohnküche trifft sich die Wohngemeinschaft. Foto: Nadine Hackemer / Immowelt Foto: Nadine Hackemer / Immowelt

Der Duft des frisch aufgebrühten Tees überdeckt kaum den Geruch des neu verlegten Bodens. Die  Bewohner der WG in der Nürnberger Südstadt sitzen gemeinsam in der Wohnküche zusammen: Ingenieur Dominik (30), die Studentin Ilona (18) und Artist Tameru (34). Seit kurzem teilen sich die drei eine 4,5-Zimmer-Wohnung, jeder hat sein eigenes Reich, doch keiner ist alleine. Für Tameru ist das Leben in der Wohngemeinschaft perfekt: „Wir sprechen fast nur noch deutsch, so lerne ich viel schneller“, freut er sich. 

Mit dem Einzug in die WG ging eine monatelange Odyssee zu Ende. Über die Immowelt-Initiative „Verändere Deine Stadt“ hatte Immobilienbesitzerin Julia von Tamerus bislang vergeblicher Wohnungssuche und seinem Kampfgeist erfahren. Er war mit verkrüppelten Beinen in Äthiopien geboren worden, die Mutter hatte ihn verstoßen. Doch der Junge stemmte sich mit Erfolg gegen sein Schicksal, lernte Laufen, studierte sogar und setzte sich in seiner Heimat für Behinderte ein. Damit machte sich der Mann auf Krücken jedoch die Regierung zum Feind. Denn in Äthiopien sehen viele Menschen ein Handicap als etwas Böses, das vom Teufel kommt: „Zweimal landete ich wegen meines Engagements im Gefängnis.“

„Wir profitieren gegenseitig voneinander“

Seit seiner Flucht lebte Tameru in einem Fürther Asylbewerberheim. Dort besuchte er täglich einen Deutschkurs und trainiert im Anschluss Kunststücke. Mit seinem eisernen Willen schaffte es der Behinderte nicht nur die die RTL-Show „Supertalent“, wo er ein Millionenpublikum in Atem hielt. In der aktuellen Ausgabe des „Guinness-Buch der Rekorde“ wird er auch genannt: Er darf sich offiziell schnellster Mann der Welt nennen – auf Krücken. Nur an einer Hürde scheiterte der Flüchtling: Bei Vermietern blitzte er immer wieder ab.

Verändere Deine Stadt, Nürnberg, Tameru, Foto: Nadine Hackemer / Immowelt
Der Schlüssel für die Südstadt-Wohnung ist für Handstandartist Tameru der Start in ein neues Leben. Der gehbehinderte Äthiopier musste fliehen, weil er sich in seiner Heimat für Behinderte stark gemacht hat. Während dort viele Menschen in einem Handicap etwas Böses sehen, machte der 34-Jährige in Deutschland das Beste daraus. Sein Name steht im aktuellen Guinness-Buch der Rekorde als schnellster Sprinter der Welt – auf Krücken. Außerdem beeindruckte der 34-Jährige bei der RTL-Show „Supertalent“ ein Millionenpublikum. Foto: Nadine Hackemer / Immowelt Foto: Nadine Hackemer / Immowelt

Nachdem Tamerus Schicksal über „Verändere Deine Stadt“ bekannt geworden war, nahm seine jetzige Vermieterin Julia über das Online-Portal mit ihm Kontakt auf. Vom Vorschlag, ein Zimmer in einer WG zu beziehen, war der Flüchtling sofort begeistert. Wenig später konnte er seine zukünftigen Mitbewohner kennenlernen – die Chemie passte auf Anhieb. 

„Wir profitieren gegenseitig“, schildert der Ingenieur Dominik, der sich wie Mitbewohnerin Ilona für fremde Länder und Kulturen interessiert. „In unserer WG kann ich bei der Miete sparen und das Geld in Reisen investieren, sicher fliege ich auch mal nach Äthiopien.“ In seine alte Heimat wird Tameru vermutlich noch lange nicht zurückkehren. Er freut sich, dass er endlich in seinem neuen Leben ankommen kann: „Danke, für die Chance – ich werde sie nutzen!“

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