Zurück zu Menschen in Not

Sehnsucht nach Ruhe und Frieden: Äthiopische Familie will endlich in Nürnberg ankommen

30.08.2017 | Alexander Grohmann

Nach der Flucht durch die Sahara und das Mittelmeer lebt Familie Ghazali seit über drei Jahren in Nürnberg – inzwischen in einer Ein-Zimmer-Wohnung eines Nürnberger Asylheims. An Ruhe ist mit zwei kleinen Kindern dort nicht zu denken. Diese wäre aber besonders wichtig: Vater Ahmed fängt im September eine Ausbildung zum Sozialpfleger an, muss viel für die Berufsschule lernen und sein Deutsch weiter verbessern. Trotz Ausbildungsplatz wollte es aber mit einer größeren Wohnung noch nicht klappen. Die Hoffnungen der jungen Familie ruhen nun auf der immowelt.de-Initiative „Verändere Deine Stadt“.

Verändere deine Stadt, Nürnberg, Foto: Alexander Grohmann / immowelt.de
Zwei bis drei mal im Monat kocht Familie Ghazali äthiopisch. An den restlichen Tagen gibt es deutsche Küche. Besonders von den Brötchen sind sie angetan. Selbst der deutsche Kaffee kann mit dem äthiopischen mithalten. Foto: Alexander Grohmann / immowelt.de

„Wir haben keine Haustiere und hören auch keine laute Musik“, erzählt Ahmed Issa Ghazali mit einem Lächeln auf den Lippen. Bereits 1.500 Wohnungsanfragen hat der gebürtige Äthiopier bereits verschickt, inzwischen weiß er, worauf es den Vermietern ankommt. Dennoch hat es bisher nur zu vier Wohnungsbesichtigungen gereicht – eine Zusage, Fehlanzeige! Dabei sind die Wünsche des 23-Jährigen und seiner Familie ganz normal: 65 bis 90 Quadratmeter und drei Zimmer sollte die neue Wohnung haben und im Großraum Nürnberg liegen. Die Miete übernimmt das Sozialamt, deren Grenze bei 656 Euro kalt ist. Das Problem liegt vielmehr am laufenden Asylverfahren der Familie: „Ich weiß leider auch nicht, wann und vor allem ob wir eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Eine Ausbildung erhöht auf alle Fälle die Chancen“, so Ahmed. Und genau die beginnt der Familienvater Anfang September. Als angehender Sozialpfleger kümmert er sich dann um Senioren, Kranke und Behinderte, also Menschen, die Hilfe benötigen. Hilfe, auf die auch Ahmed und seine Familie hoffen. Über die immowelt.de-Initiative „Verändere Deine Stadt“ suchen sie nach einem Vermieter mit Herz. 

20 Quadratmeter – null Ruhe

Aktuell lebt Ahmed mit seiner Frau Sitina, Sohn Muaz (2,5 Jahre) und Töchterchen Zumaja (1 Jahr) in einem Nürnberg Asylheim auf rund 20 Quadratmetern in einem Zimmer. Zu wenig Platz, um in Ruhe für die Berufsschule zu lernen. „Meine erste Ausbildung als Konditor musste ich abbrechen. Wegen meiner zwei kleinen Kinder konnte ich nach dem Nachtdienst tagsüber nicht schlafen“, erklärt der Familienvater, der tagtäglich nach der Arbeit noch zwei bis drei Stunden Deutsch paukt. Aktuell arbeitet er beim Nürnberger SOS-Kinderdorf in der Malerwerkstatt. Auch seine Frau Sitina geht ab September in die Berufsschule, ihre beiden Kinder sind dann bei einer Tagesmutter. Die 21-Jährige würde danach am liebsten als Näherin arbeiten. „Wir wollen zeigen, dass wir uns in Deutschland integrieren wollen und alles dafür geben, hier bleiben zu dürfen“, erzählt Ahmed.

Endlich ankommen!

Zurück wollen sie auf gar keinen Fall: Vor circa 3,5 Jahren ist Ahmed mit seiner Frau aus Libyen geflohen: „Jedes Kind hat dort eine Waffe, die Kriminalität ist sehr hoch“, erklärt Ahmed, der in seiner Heimat Äthiopien noch als Fensterbauer tätig war. Das Ehepaar entschloss sich für den harten Weg durch die Sahara und übers Mittelmeer nach Europa. Vier Tage ohne Essen, in der prallen Sonne und dann ist auch noch das völlig überfüllte Schlauchboot kaputtgegangen. „Es sind viele Menschen gestorben, ehe wir gerettet wurden“, berichtet der künftige Sozialpfleger von der Odyssee. „Wir haben alles verloren, was wir hatten: unser ganzes Geld, den Schmuck und die Handys.“ Zumindest Smartphones konnten Sie sich inzwischen wieder kaufen: Die braucht es auch, um eine Wohnung zu finden und endlich in Nürnberg anzukommen. „Jetzt müssen wir nur noch einen Vermieter finden, der uns eine Chance gibt!“

Verändere deine Stadt, Nürnberg, Foto: Alexander Grohmann / immowelt.de
Wenn Tochter Zumaja mit dem Bobby Car durch die Wohnung rollt, ist an Lernen nicht zu denken. Auch die Schlafsituaion ist in einem Raum für die zwei Kinder nicht ideal. Deswegen sucht die Familie eine Wohnung mit drei Zimmern und mindestens 65 Quadratmetern. Foto: Alexander Grohmann / immowelt.de
Verändere deine Stadt, Nürnberg, Foto: Alexander Grohmann / immowelt.de
In Äthiopien werden rund 80 verschiedene Sprachen gesprochen. Mit seinen Kindern spricht Ahmed deutsch, amharisch und arabisch. Bis auf die Sprache erinnert bei Familie Ghazali nicht mehr viel an die Heimat. Die Bettdecke haben sie in einem türkischen Laden gekauft. Foto: Alexander Grohmann / immowelt.de

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